Australian Shepherd – Preis, Größe, Wesen und alles, was du wissen solltest
Der Australian Shepherd ist eine intelligente, energiegeladene und loyale Hunderasse, die für ihre intensiven Augen, ihre wunderschönen Fellfarben und ihren ausgeprägten Arbeitswillen bekannt ist. Er kann ein hervorragender Begleiter für Wanderungen, Hundesport und das Familienleben sein – allerdings nur für Menschen, die genügend Zeit, Energie und Interesse an einem aktiven Hund mitbringen.
In diesem Ratgeber erfährst du alles über den Australian Shepherd: Preis, Größe, Gewicht, Farben, Augenfarbe, Rute, Charakter, Welpen, Bewegung, Alleinbleiben, Gesundheit, MDR1, Merle-Genetik und die Unterschiede zwischen Australian Shepherd und Mini American Shepherd.
Australian Shepherd im Überblick
Der Australian Shepherd ist ein mittelgroßer Hütehund mit außergewöhnlicher Intelligenz, starkem Arbeitswillen und hoher Lernfähigkeit. Trotz seines Namens stammt die Rasse nicht aus Australien, sondern wurde in den USA als vielseitiger Arbeitshund für Ranches und Viehbetriebe entwickelt.
Australian Shepherds gelten als äußerst lernfreudig, aufmerksam und loyal. Sie bauen enge Bindungen zu ihrer Familie auf und fühlen sich am wohlsten, wenn sie aktiv am Alltag teilnehmen dürfen.
Diese Rasse ist jedoch nicht für jeden geeignet. Ein Australian Shepherd braucht deutlich mehr als kurze Spaziergänge. Er benötigt Aufgaben, geistige Auslastung und eine Bezugsperson, die ihm klare Strukturen bietet, ohne seinen Arbeitsdrang einzuschränken.
Fakten zum Australian Shepherd
| Name | Australian Shepherd |
| Herkunft | USA |
| FCI-Gruppe | Gruppe 1 – Hüte- und Treibhunde |
| Größe | Mittelgroß |
| Schulterhöhe | Ca. 46–58 cm |
| Gewicht | Ca. 16–32 kg |
| Lebenserwartung | Ca. 12–15 Jahre |
| Aktivitätsniveau | Sehr hoch |
| Haarverlust | Mittel bis stark |
| Geeignet für | Aktive Menschen mit Interesse an Training und Hundesport |
Geschichte und Herkunft
Der Name Australian Shepherd ist etwas irreführend, denn die Rasse stammt nicht aus Australien. Sie wurde im 19. Jahrhundert in den USA entwickelt, insbesondere im Westen des Landes, wo Ranches und Viehzucht leistungsfähige Hütehunde benötigten.
Der Name entstand vermutlich durch baskische Schäfer, die mit ihren Schafherden über Australien in die USA kamen. Die Hunde, die sie begleiteten, wurden später in Amerika weiterentwickelt und schließlich als Australian Shepherd bekannt.
Ziel war es, einen Arbeitshund zu schaffen, der lange Arbeitstage, schwieriges Gelände und eigenständige Entscheidungen beim Hüten bewältigen konnte. Der Australian Shepherd sollte schnell, ausdauernd, intelligent und leicht führbar sein.
Heute wird die Rasse weiterhin als Hütehund eingesetzt. Darüber hinaus ist sie erfolgreich in Agility, Obedience, Rally Obedience, Mantrailing, Sucharbeit, Frisbee, Rettungshundearbeit und als aktiver Familienhund.
Größe und Gewicht
Der Australian Shepherd ist ein mittelgroßer Hund mit athletischem und kräftigem Körperbau. Er vereint Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit und eignet sich daher hervorragend für Arbeit, Sport und lange Wanderungen.
Typische Maße:
- Rüden: ca. 51–58 cm
- Hündinnen: ca. 46–53 cm
- Gewicht: ca. 16–32 kg
- Körperbau: muskulös, beweglich und ausgewogen
Je nach Linie kann die Größe leicht variieren. Manche Hunde sind leichter und sportlicher gebaut, andere etwas kräftiger. Wichtig ist vor allem ein gesunder und funktionaler Körperbau.
Aussehen und Körperbau
Der Australian Shepherd besitzt einen wachen, intelligenten und oft sehr intensiven Ausdruck. Typisch sind das mittellange Fell, die athletische Statur und die enorme Beweglichkeit.
Der Körper ist etwas länger als hoch und gut bemuskelt. Diese Rasse wurde für harte Arbeit gezüchtet und nicht ausschließlich für das Aussehen.
Typische Merkmale:
- Mittellanges, wetterfestes Fell
- Dichte Unterwolle
- Athletischer Körperbau
- Aufmerksamer Blick
- Verschiedene Augenfarben
- Natürliche Kurzrute oder lange Rute
Farben des Australian Shepherd
Der Australian Shepherd ist für seine wunderschönen und vielfältigen Fellfarben bekannt. Die Farben machen die Rasse leicht erkennbar, dennoch sollten Fellfarbe und Aussehen niemals wichtiger sein als Gesundheit, Wesen und verantwortungsvolle Zucht.
Die häufigsten Farben beim Australian Shepherd sind:
- Blue Merle: grau, schwarz und silbern marmoriertes Fell, oft mit weißen und lohfarbenen Abzeichen
- Red Merle: rotbraun und hell marmoriertes Fell, oft mit weißen und lohfarbenen Abzeichen
- Black Tri: schwarze Grundfarbe mit weißen und lohfarbenen Abzeichen
- Red Tri: rotbraune Grundfarbe mit weißen und lohfarbenen Abzeichen
Der Blue Merle Australian Shepherd ist wahrscheinlich die bekannteste Farbvariante, doch auch Red Merle, Black Tri und Red Tri sind ebenso attraktiv und entsprechen dem Rassestandard.
Die Merle-Färbung entsteht durch genetische Faktoren, die die Pigmentierung des Fells beeinflussen. Diese Gene können auch die Augenfarbe beeinflussen, weshalb bei Merle-Hunden häufig blaue oder mehrfarbige Augen vorkommen.
Die Augen des Australian Shepherd
Die Augen gehören zu den auffälligsten Merkmalen des Australian Shepherd. Viele Menschen bemerken zuerst den intensiven Blick der Rasse, bevor sie auf andere Merkmale achten.
Australian Shepherds können verschiedene Augenfarben haben:
- Blaue Augen
- Braune Augen
- Bernsteinfarbene Augen
- Ein blaues und ein braunes Auge
- Marmorierte oder mehrfarbige Augen
Wenn ein Hund zwei unterschiedlich gefärbte Augen besitzt, spricht man von Heterochromie. Dieses Merkmal kommt beim Australian Shepherd relativ häufig vor, insbesondere bei Merle-Varianten.
Blaue Augen sind bei dieser Rasse also keineswegs ungewöhnlich. Dennoch sollte die Augenfarbe niemals der wichtigste Grund für die Wahl eines Welpen sein. Gesundheit, Charakter und ein verantwortungsvoller Züchter sind deutlich wichtiger als jede noch so spektakuläre Augenfarbe.
Warum haben manche Australian Shepherds eine kurze Rute?
Viele Australian Shepherds besitzen eine natürliche Kurzrute, auch als Natural Bobtail bezeichnet. Das bedeutet, dass der Hund von Geburt an mit einer kurzen Rute zur Welt kommt, ohne dass ein Eingriff vorgenommen wurde.
Andere Australian Shepherds werden mit einer langen Rute geboren. Beide Varianten kommen innerhalb der Rasse vor, und die Rutenlänge kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein.
In einigen Ländern war das Kupieren der Rute historisch verbreitet, insbesondere bei Arbeitshunden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Kupieren aus kosmetischen Gründen verboten. Eine kurze Rute sollte daher natürlich angeboren sein.
Wenn du einen Welpen kaufen möchtest, solltest du den Züchter fragen, ob der Hund mit natürlicher Kurzrute oder mit langer Rute geboren wurde. Ein seriöser Züchter kann dies problemlos erklären und dokumentieren.
Charakter und Intelligenz
Der Australian Shepherd gilt als eine der intelligentesten Hunderassen der Welt. Er lernt außergewöhnlich schnell, beobachtet seine Umgebung aufmerksam und verfügt über bemerkenswerte Fähigkeiten zur Problemlösung. Neue Übungen versteht er oft bereits nach wenigen Wiederholungen.
Die Rasse wurde entwickelt, um eng mit Menschen zusammenzuarbeiten. Deshalb achtet der Australian Shepherd stark auf seinen Menschen und möchte aktiv am Alltag teilnehmen. Viele Besitzer beschreiben ihn als Hund, der ständig beobachtet, was um ihn herum geschieht.
Typische Charaktereigenschaften:
- Sehr intelligent und lernfreudig
- Außergewöhnlich loyal gegenüber seiner Familie
- Energiegeladen und arbeitswillig
- Aufmerksam und wachsam
- Gegenüber Fremden manchmal zurückhaltend
- Ausgeprägter Kooperationswille
- Hohe körperliche und mentale Belastbarkeit
Gerade seine hohe Intelligenz macht den Australian Shepherd so faszinierend. Gleichzeitig ist sie der Grund, warum die Rasse nicht für jeden geeignet ist. Ein unterforderter Australian Shepherd sucht sich häufig selbst Beschäftigung – und diese entspricht nicht immer den Vorstellungen seiner Besitzer.
Übermäßiges Bellen, Graben, Zerstören von Gegenständen oder innere Unruhe sind oft Anzeichen dafür, dass der Hund mehr körperliche oder geistige Auslastung benötigt.
Ist der Australian Shepherd ein guter Familienhund?
Ja – allerdings nicht für jede Familie.
Der Australian Shepherd kann ein hervorragender Familienhund sein, wenn er ausreichend Bewegung, Training und Aufmerksamkeit erhält. Er baut enge Beziehungen zu seinen Menschen auf und möchte am liebsten überall dabei sein.
Viele Australian Shepherds sind liebevoll, verspielt und sehr anhänglich gegenüber Kindern. Dennoch sollte man nie vergessen, dass es sich um einen Hütehund mit ausgeprägten Instinkten handelt.
Einige Hunde können daher:
- Versuchen, Kinder oder Familienmitglieder „zusammenzutreiben“
- Leicht an Hosenbeinen oder Fersen zwicken
- Stark auf schnelle Bewegungen reagieren
- Neue Menschen besonders aufmerksam beobachten
Eine gute Sozialisierung bereits im Welpenalter ist deshalb sehr wichtig. Ein gut sozialisierter Australian Shepherd entwickelt sich meist zu einem sicheren, ausgeglichenen und freundlichen Begleiter.
Für aktive Familien, die gerne wandern, Sport treiben oder viel Zeit im Freien verbringen, kann die Rasse eine ausgezeichnete Wahl sein. Wer hingegen einen ruhigen Hund sucht, der mit kurzen Spaziergängen zufrieden ist, sollte sich eher nach einer anderen Rasse umsehen.
Australian Shepherd Welpe
Ein Australian Shepherd Welpe ist niedlich, energiegeladen und unglaublich intelligent. Gleichzeitig bringt er eine Menge Temperament mit und kann unerfahrene Hundehalter durchaus fordern.
Die Welpenzeit bildet die Grundlage für das gesamte spätere Leben des Hundes. Deshalb sollte frühzeitig mit Sozialisierung, Umwelttraining und positiver Erziehung begonnen werden.
Wichtige Schwerpunkte bei einem Australian Shepherd Welpen:
- Kontakt zu unterschiedlichen Menschen
- Kennenlernen verschiedener Umgebungen
- Gewöhnung an Geräusche und neue Situationen
- Aufbau von Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit
- Entspannung im Haus lernen
- Schrittweise Gewöhnung ans Alleinbleiben
Viele Besitzer machen den Fehler, sich ausschließlich auf Beschäftigung und Aktivität zu konzentrieren. Ein Australian Shepherd Welpe braucht zwar geistige und körperliche Förderung, muss aber ebenso lernen, zur Ruhe zu kommen.
Mit einer guten Erziehung entwickelt sich der Welpe häufig zu einem ausgeglichenen, vielseitigen und zuverlässigen Begleiter.
Was kostet ein Australian Shepherd?
Der Preis für einen Australian Shepherd Welpen liegt im deutschsprachigen Raum häufig zwischen 1.500 und 3.000 Euro, abhängig von Zuchtlinie, Gesundheitsuntersuchungen und Nachfrage.
Der Preis wird unter anderem beeinflusst durch:
- Erfahrung und Ruf des Züchters
- Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere
- Stammbaum und Zuchtlinien
- Nachfrage nach der Rasse
- Region und Land
Der Kaufpreis ist jedoch nur ein Teil der Gesamtkosten. Im ersten Jahr entstehen häufig weitere Ausgaben für:
- Versicherung
- Tierarztkosten
- Impfungen
- Ausstattung
- Welpenschule
- Hundefutter
- Spielzeug und Trainingsmaterial
Bei vielen Haltern übersteigen die Gesamtkosten des ersten Jahres den eigentlichen Kaufpreis des Welpen deutlich.
Wähle einen Züchter daher immer nach Gesundheit, Wesen und Seriosität – nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Preis.
Wie viel Bewegung braucht ein Australian Shepherd?
Der Australian Shepherd gehört zu den aktivsten Hunderassen überhaupt. Kurze Spaziergänge reichen dieser Rasse in der Regel nicht aus.
Die meisten erwachsenen Australian Shepherds benötigen mindestens 1–2 Stunden Bewegung pro Tag. Dabei geht es jedoch nicht nur um körperliche Aktivität.
Zusätzlich braucht die Rasse:
- Problemlösungsaufgaben
- Nasenarbeit
- Gehorsamstraining
- Fährtenarbeit
- Agility
- Rally Obedience
- Frisbee
- Geistige Beschäftigung
Viele Australian Shepherds lieben:
- Wanderungen
- Joggen
- Skitouren
- Fahrradtouren
- Hundesport
- Hütearbeit
Ohne ausreichende Auslastung können sich folgende Probleme entwickeln:
- Übermäßiges Bellen
- Stress
- Hyperaktivität
- Zerstörerisches Verhalten
- Zwangsverhalten
Ein Australian Shepherd, der körperlich und geistig ausgelastet wird, ist häufig ein ausgeglichener und angenehmer Familienhund. Ein unterforderter Hund kann dagegen selbst erfahrene Halter vor Herausforderungen stellen.
Kann ein Australian Shepherd allein bleiben?
Ja, ein Australian Shepherd kann lernen, allein zu bleiben – allerdings nur durch konsequentes und schrittweises Training.
Die Rasse ist sehr sozial und baut enge Bindungen zu ihrer Familie auf. Viele Hunde haben Schwierigkeiten mit längeren Trennungen, wenn sie nicht frühzeitig daran gewöhnt wurden.
Für ein erfolgreiches Training solltest du:
- Mit sehr kurzen Abwesenheiten beginnen
- Die Dauer langsam steigern
- Vorher für ausreichend Bewegung sorgen
- Auf dramatische Verabschiedungen verzichten
- Ruhiges Verhalten belohnen
Ein erwachsener Australian Shepherd kann häufig einige Stunden allein bleiben. Für Menschen, die regelmäßig den ganzen Arbeitstag außer Haus sind, ist die Rasse jedoch oft weniger geeignet.
Zeigt der Hund Anzeichen von Trennungsstress wie dauerhaftes Bellen, Zerstörungen oder starke Unruhe, sollte das Training frühzeitig angepasst werden.
Fellpflege und Haaren
Der Australian Shepherd besitzt ein mittellanges Doppelfell, das für unterschiedlichste Wetterbedingungen entwickelt wurde. Das Fell besteht aus einer dichten Unterwolle und einem schützenden Deckhaar, das vor Kälte, Nässe und Wind schützt.
Obwohl das Fell im Vergleich zu manchen anderen langhaarigen Rassen relativ pflegeleicht ist, benötigt es regelmäßige Pflege, um gesund und frei von Verfilzungen zu bleiben.
Für die meisten Australian Shepherds wird empfohlen:
- 1–3 Mal pro Woche gründlich bürsten
- Während des Fellwechsels häufiger bürsten
- Regelmäßiges Kürzen der Krallen
- Kontrolle und Reinigung der Ohren
- Mehrmals pro Woche die Zähne putzen
- Baden nur bei Bedarf
Australian Shepherds haaren das ganze Jahr über mäßig bis stark. Besonders im Frühjahr und Herbst verlieren sie große Mengen Unterwolle. Wer einen Hund sucht, der kaum Haare verliert, sollte sich nach einer anderen Rasse umsehen.
Mit der richtigen Pflege bleibt das Fell jedoch schön, funktional und vergleichsweise unkompliziert.
Gesundheit und häufige Krankheiten
Der Australian Shepherd gilt grundsätzlich als robuste und gesunde Hunderasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 12 bis 15 Jahren. Wie viele Rassehunde kann jedoch auch er für bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen anfällig sein.
Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen gehören:
- Hüftgelenksdysplasie (HD)
- Ellenbogendysplasie (ED)
- Epilepsie
- Progressive Retinaatrophie (PRA)
- Katarakt (Grauer Star)
- MDR1-Genmutation
- Autoimmunerkrankungen
- Bestimmte Allergien
Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere auf diese Erkrankungen untersuchen, um das Risiko für zukünftige Generationen zu minimieren. Beim Welpenkauf solltest du daher immer entsprechende Gesundheitsnachweise verlangen.
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen tragen wesentlich zu einem langen und gesunden Hundeleben bei.
MDR1 beim Australian Shepherd
Eine der wichtigsten genetischen Besonderheiten beim Australian Shepherd ist die sogenannte MDR1-Mutation.
MDR1 steht für „Multi Drug Resistance 1“ und beeinflusst die Verarbeitung bestimmter Medikamente im Körper. Hunde mit dieser Mutation können auf Arzneimittel empfindlich reagieren, die für andere Hunde unproblematisch sind.
Betroffen sein können unter anderem:
- Bestimmte Entwurmungs- und Parasitenmittel
- Einige Schmerzmittel
- Bestimmte Chemotherapeutika
- Verschiedene Beruhigungsmittel
Heute gibt es einen einfachen DNA-Test, der zeigt, ob ein Hund frei, Träger oder betroffen ist. Viele seriöse Australian-Shepherd-Züchter lassen ihre Zuchttiere deshalb auf MDR1 testen.
Wenn du einen Australian Shepherd besitzt oder anschaffen möchtest, solltest du den MDR1-Status deines Hundes kennen und deinen Tierarzt darüber informieren.
Merle-Genetik und Double Merle
Die Merle-Färbung gehört zu den bekanntesten Merkmalen des Australian Shepherd. Blue Merle und Red Merle verleihen dem Fell die charakteristische marmorierte Zeichnung.
Mit der Merle-Färbung sind jedoch wichtige genetische Aspekte verbunden.
Werden zwei Merle-Hunde miteinander verpaart, steigt das Risiko für sogenannte Double-Merle-Welpen erheblich.
Double Merle kann mit schweren gesundheitlichen Problemen verbunden sein, darunter:
- Sehschwächen
- Blindheit
- Hörschäden
- Taubheit
- Weitere Entwicklungsstörungen
Deshalb vermeiden verantwortungsvolle Züchter grundsätzlich die Verpaarung Merle × Merle.
Als Welpenkäufer solltest du vorsichtig sein, wenn ein Züchter keine Informationen zu Genetik, Gesundheitsuntersuchungen oder Zuchtstrategie liefern kann.
Eine außergewöhnliche Fellfarbe darf niemals wichtiger sein als die Gesundheit des Hundes.
Mini Australian Shepherd und Mini American Shepherd
Viele Menschen suchen nach einem „Mini Australian Shepherd“. Tatsächlich lautet die offizielle Bezeichnung heute jedoch Mini American Shepherd.
Der Mini American Shepherd wurde aus kleineren Australian-Shepherd-Linien entwickelt und besitzt viele der gleichen Eigenschaften wie sein größerer Verwandter.
Die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Australian Shepherd | Mini American Shepherd |
|---|---|---|
| Größe | 46–58 cm | 33–46 cm |
| Gewicht | 16–32 kg | 8–18 kg |
| Aktivitätsniveau | Sehr hoch | Hoch |
Trotz seiner geringeren Größe ist auch der Mini American Shepherd ein aktiver Arbeitshund mit hohem Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf.
Vor- und Nachteile des Australian Shepherd
Vorteile
- Außergewöhnlich intelligent
- Leicht trainierbar
- Sehr loyal gegenüber seiner Familie
- Vielseitiger Arbeitshund
- Geeignet für zahlreiche Hundesportarten
- Aktiver und ausdauernder Begleiter
- Beeindruckende Fellfarben und Augen
Nachteile
- Benötigt viel Bewegung und Beschäftigung
- Kann bei Unterforderung Stress entwickeln
- Nicht ideal für wenig aktive Menschen
- Mitunter zurückhaltend gegenüber Fremden
- Gewisse genetische Gesundheitsrisiken
- Verliert relativ viele Haare
- Bleibt nicht gern lange allein
Passt ein Australian Shepherd zu dir?
Der Australian Shepherd eignet sich besonders für Menschen, die einen aktiven, intelligenten und engagierten Hund suchen. Diese Rasse liebt Zusammenarbeit und blüht auf, wenn sie sowohl körperlich als auch geistig gefordert wird.
Der Australian Shepherd könnte gut zu dir passen, wenn:
- Du gerne Zeit in der Natur verbringst
- Du Interesse an Hundesport hast
- Du Freude an Training und Lernen hast
- Du eine enge Bindung zu deinem Hund aufbauen möchtest
- Du täglich Zeit für Beschäftigung und Bewegung hast
Weniger geeignet ist die Rasse für Menschen, die einen ruhigen Hund suchen, der mit kurzen Spaziergängen zufrieden ist.
Wer dem Australian Shepherd ausreichend Bewegung, Training und Aufmerksamkeit bietet, erhält einen außergewöhnlich loyalen, intelligenten und vielseitigen Begleiter für viele Jahre.
Häufig gestellte Fragen zum Australian Shepherd
Wie groß wird ein Australian Shepherd?
Die meisten Australian Shepherds erreichen eine Schulterhöhe von etwa 46 bis 58 cm und wiegen zwischen 16 und 32 kg.
Was kostet ein Australian Shepherd?
Bei seriösen Züchtern liegen die Preise meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro.
Wie alt wird ein Australian Shepherd?
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt etwa 12 bis 15 Jahre.
Haart ein Australian Shepherd stark?
Ja. Die Rasse verliert das ganze Jahr über Haare und besonders während des Fellwechsels.
Ist der Australian Shepherd für Allergiker geeignet?
Nein, die Rasse gilt nicht als allergikerfreundlich.
Kann ein Australian Shepherd allein bleiben?
Ja, aber das Alleinbleiben muss schrittweise trainiert werden.
Ist der Australian Shepherd ein guter Familienhund?
Ja, insbesondere für aktive Familien mit ausreichend Zeit für Beschäftigung und Bewegung.
Ist ein Australian Shepherd schwer zu erziehen?
Nein. Die Rasse gilt als äußerst lernfreudig und gut trainierbar.
Wie viel Bewegung braucht ein Australian Shepherd?
Mindestens 1–2 Stunden tägliche Aktivität kombiniert mit geistiger Auslastung.
Warum haben manche Australian Shepherds keine lange Rute?
Viele Hunde werden aufgrund genetischer Veranlagung mit einer natürlichen Kurzrute geboren.
Was bedeutet Blue Merle?
Blue Merle beschreibt eine Fellzeichnung mit grauen, schwarzen und silberfarbenen Bereichen.
Was bedeutet Red Merle?
Red Merle ist eine rotbraune Variante der Merle-Zeichnung.
Kann ein Australian Shepherd blaue Augen haben?
Ja. Blaue Augen und Heterochromie kommen in der Rasse relativ häufig vor.
Was ist MDR1?
Eine genetische Mutation, die beeinflusst, wie der Hund bestimmte Medikamente verträgt.
Was ist der Unterschied zwischen Australian Shepherd und Mini American Shepherd?
Der Mini American Shepherd ist kleiner, besitzt jedoch viele ähnliche Eigenschaften wie der Australian Shepherd.


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