5G und Mobilfunkstrahlung – ist das gefährlich für Hunde?
Viele Hundehalter werden unruhig, wenn sie Begriffe wie „5G“, „Mobilfunkstrahlung“ oder „elektromagnetische Felder“ hören. Diese Sorge ist grundsätzlich nachvollziehbar – sie bedeutet jedoch nicht, dass eine reale Gefahr besteht. In diesem Artikel erklären wir, was 5G tatsächlich ist, was die wissenschaftliche Forschung dazu sagt und warum moderne drahtlose Technologien für Hunde bei den alltäglichen Expositionsniveaus nicht gefährlich sind.
Zunächst: Was verstehen wir unter „Strahlung“?
Der Begriff „Strahlung“ wird häufig so verwendet, als wäre alles dasselbe. Tatsächlich gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung.
Ionisierende Strahlung (kann DNA schädigen)
- Röntgenstrahlung
- Gammastrahlung
- Radioaktive Quellen
Diese Art von Strahlung besitzt genügend Energie, um DNA direkt zu schädigen.
Nicht-ionisierende Strahlung (hat nicht genug Energie, um DNA zu schädigen)
- Radiowellen
- WLAN und Bluetooth
- 4G und 5G
5G und Mobilfunk gehören zur nicht-ionisierenden Strahlung. Das bedeutet, dass diese Strahlung nicht genügend Energie besitzt, um chemische Bindungen in Zellen zu zerstören oder DNA zu schädigen – im Gegensatz zur Röntgenstrahlung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass der wichtigste bekannte Effekt hochfrequenter elektromagnetischer Felder bei sehr hohen Expositionswerten die Erwärmung von Gewebe ist (tissue heating). Bei alltäglichen Technologien führt die Exposition jedoch typischerweise nur zu einer vernachlässigbaren Temperaturerhöhung. Quelle: WHO – 5G mobile networks and health
Was sagen Gesundheitsbehörden und Fachgremien?
Bei der Bewertung von Gesundheitsrisiken ist nicht eine einzelne Studie ausschlaggebend, sondern die Gesamtheit der wissenschaftlichen Forschung über einen langen Zeitraum. Mehrere renommierte Fachgremien haben die vorhandene Evidenz umfassend ausgewertet:
WHO (Weltgesundheitsorganisation)
Die WHO fasst die Forschung zu hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und 5G zusammen und stellt fest, dass der Hauptmechanismus bei ausreichend hoher Exposition die Erwärmung von Gewebe ist. Gleichzeitig betont sie, dass die Expositionsniveaus moderner Technologien in der Regel deutlich unter den Grenzwerten liegen, die zum Schutz der Gesundheit festgelegt wurden. Quelle: WHO – Fragen und Antworten zu 5G und Gesundheit
ICNIRP – internationale Grenzwerte
Die ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) veröffentlichte im Jahr 2020 aktualisierte Leitlinien für hochfrequente elektromagnetische Felder (100 kHz bis 300 GHz) – ein Frequenzbereich, der Mobilfunknetze, WLAN und 5G einschließt. Diese Leitlinien wurden entwickelt, um vor nachgewiesenen Effekten zu schützen, insbesondere vor einer Gewebeerwärmung bei hoher Exposition. Quelle: ICNIRP Guidelines 2020 (PDF)
EU/SCHEER – Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz
Der wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Kommission (SCHEER) bewertete Studien, die seit 2015 veröffentlicht wurden, und kam zu dem Ergebnis, dass keine mäßige oder starke Evidenz für negative Gesundheitseffekte durch hochfrequente elektromagnetische Felder bei Expositionswerten unterhalb der geltenden EU-Grenzwerte vorliegt. Quelle: EU/SCHEER – Scientific evidence on radiofrequency
Aber ist 5G schädlich für Hunde?
Diese Frage wird häufig gestellt. Hunde verfügen zwar über andere Sinne als Menschen (zum Beispiel einen deutlich ausgeprägteren Geruchssinn), doch das bedeutet nicht, dass sie biologisch automatisch „empfindlicher“ gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern sind. Die in der Forschung beschriebenen Mechanismen bei Säugetieren beziehen sich in erster Linie auf Erwärmung bei sehr hoher Exposition – nicht auf „DNA-Schäden“ durch 5G.
In der Praxis leben Hunde in derselben elektromagnetischen Umgebung wie Menschen. Die alltägliche Exposition durch Mobilfunkmasten, WLAN, Mobiltelefone und andere drahtlose Geräte liegt in der Regel unter den festgelegten Grenzwerten. Wenn große Fachgremien zu dem Schluss kommen, dass bei diesen Niveaus keine Schäden für Menschen nachgewiesen wurden, gibt es auch keinen belastbaren Mechanismus, der darauf hindeutet, dass Hunde durch dieselben Signale geschädigt würden.
Mobiltelefone und Krebs – wurde das nicht untersucht?
Doch, und genau deshalb gibt es umfangreiche Forschung zu diesem Thema. Das US-amerikanische National Cancer Institute fasst die Studien zu Mobiltelefonnutzung und Krebsrisiko zusammen und weist darauf hin, dass hochfrequente Strahlung nicht-ionisierend ist – sie schädigt also keine DNA wie Röntgenstrahlung. Zudem haben große Studien und langfristige Beobachtungen keine eindeutige Zunahme von Hirntumoren gezeigt, obwohl die Nutzung von Mobiltelefonen stark zugenommen hat. Quelle: NCI – Cell Phones and Cancer Risk
Darüber hinaus gibt es systematische Übersichtsarbeiten, die sich speziell mit 5G-Frequenzen befassen (einschließlich höherer Frequenzen über 6 GHz). Diese kommen zu dem Schluss, dass es keine bestätigten Hinweise auf Gesundheitsschäden bei niedrigen Expositionswerten gibt, die realistischen Alltagsbedingungen entsprechen. Quelle: Karipidis et al. (2021) – State-of-the-Science Review
Praxisnah: Stellen GPS-Tracker oder smarte Halsbänder ein zusätzliches Risiko dar?
Drahtlose Geräte, die über Mobilfunk, WLAN oder Bluetooth kommunizieren, senden Signale in kurzen Intervallen und mit begrenzter Leistung. Sie unterliegen strengen technischen Standards und gesetzlichen Grenzwerten. Für die meisten Alltagsprodukte ist die Exposition gering und liegt innerhalb der Bereiche, die von Gesundheitsbehörden und Fachgremien als sicher eingestuft werden.
Wer dennoch besorgt ist, sollte sich eher auf reale und nachweisbare Risiken für Hunde konzentrieren: Straßenverkehr, Zecken, giftige Pflanzen oder Lebensmittel, Überhitzung im Sommer, unzureichende Sicherung im Auto oder fehlende Kennzeichnung. „5G-Strahlung“ steht auf dieser Liste weit unten – schlicht, weil es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für Schäden bei normalen Expositionsniveaus gibt.
Zusammenfassung
- 5G und Mobilfunknetze sind nicht-ionisierende Strahlung und können DNA nicht schädigen wie Röntgenstrahlung.
- Der wichtigste bekannte Effekt bei sehr hoher Exposition ist die Erwärmung von Gewebe; Alltagsniveaus liegen deutlich unter den Grenzwerten.
- Die WHO stuft 5G und hochfrequente Felder innerhalb der Grenzwerte nicht als nachweislich gesundheitsschädlich ein.
- Die ICNIRP-Leitlinien (2020) decken den Frequenzbereich von 5G ab und bilden die Grundlage für Schutzmaßnahmen in vielen Ländern.
- EU/SCHEER fand keine mäßige oder starke Evidenz für negative Gesundheitseffekte unterhalb der geltenden EU-Grenzwerte.
- Es gibt keinen belastbaren Mechanismus und keine Dokumentation, die darauf hindeuten, dass Hunde im Alltag besonders anfällig für „5G“ wären.


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